08.03.08
Digitale Nachbearbeitung Teil 1
Mit dem Fortschritt der Digitalfotografie und durch den
wachsenden visuellen Anspruch des medial-verwöhnten Menschen
wurde die digitale Nachbearbeitung zu einem Standard, welcher
aus heutigen Produktionsabläufen nicht mehr wegzudenken ist,
und auch seit einigen Jahren längst im Hobby- und Amateurbereich etabliert
ist. Wie weitreichend und komplex die Veränderung und Verfälschung des Originals
dabei gehen kann, entzieht sich jedoch meist dem Wissen des Betrachters.
Die Methoden Bilder zu verändern sind
heutzutage so weit fortgeschritten, dass jede nur erdenkliche Veränderung möglich geworden ist.
In diesem ersten Webspecial von DIVEMASTER werden wir Ihnen die Tricks und Tücken
der digitalen Nachbearbeitung zeigen, und hoffen Ihnen nützliche Informationen
zu diesem Thema bieten zu können.
Schaffen Sie sich eine Vergangenheit
Gerade bei komplexen Bildprojekten erreicht man schnell
eine hohe Zahl an Bearbeitungsschritten. Daher sollte man sich so viel
Spielraum wie möglich für nachträglich Veränderungen herausarbeiten.
Ein häufiger Anfängerfehler ist dabei sich auf die "Undo"-Funktion
des Grafikprogramms zu verlassen, also einfach auf "zurück" zu klicken,
wenn etwas nicht das gewünschte Ergebnis brachte. Diese Methode hat jedoch
zwei gravierende Nachteile: Ersten müssen Sie, um einen weiter
zurückliegenden Arbeitschritt rückgängigzumachen auch alle nachfolgenden und
gewollten Schritte rückgängig machen, und zweitens lässt sich diese Historie,
welche im übrigen auf wenige Stufen begrenzt ist, nicht abspeichern.
Daher ist es empfehlenswert mit verschiedenen Ebenen zu arbeiten, was
von fast allen gängigen Grafikprogrammen unterstützt wird. Durch Ebenen
lässt sich ein Bild wie eine Theaterbühne vom Hintergrund bis zum Vordergrund
aufbauen. Wichtig ist hierbei, dass man seine Arbeit im programm-internen Format
abspeichert, da beim abspeichern in einem programmübergreifenden Format, wie
dem jpeg-Format, die Ebeneninformationen verloren gehen und auf eine Ebene zusammengefügt werden.
Ein weiter Vorteil von Ebenen ist die leichte Verwendung von Transparenz.
Diese kann auf zwei Arten einer Ebene zugewiesen werden. Nämlich über einen Prozentwert, welcher
sich auf die gesamte Ebene beziehte, oder durch eine Maske, welche jedem Bildpunkt einer
Ebene einen Transparenz-Wert zuweist. Dabei wird die Stärke der Transparenz durch eine
Schwarz/Weiß-Skala bestimmt, in welcher weiß für 0% Transparenz und schwarz für 100% Transparenz steht.

Diese beiden Möglickeiten können sich natürlich auch ergänzen:

Durch die Verwendung von Ebenen und Masken erhalten wir uns die Information unseres
Arbeitschrittes und können zu jederzeit, und unabhängig von weiteren Schritten Veränderungen
in der betreffenden Ebene oder Maske vornehmen.
So sollten Sie für jeden Bearbeitungsschritt eine neue Ebene verwenden. Wenn
Sie nun beispielsweise eine Farbkorrektur einer Ebene vornehmen wollen gehen Sie wie folgt vor:
Dublizieren Sie die Ebene, sodass sie zwei identische Ebenen haben. Dann nehmen Sie die Farbkorrektur
bei einer Ebene vor und setzen den Transparenz-Wert der Anderen auf 100%. Sollten Sie nun im späteren
Verlauf diese Korrektur rückgängig machen wollen, löschen sie die korrigierte Ebene und setzen den
Wert der Verblieben wieder auf 0%, sodass diese vollkommen sichtbar wird. Wenn Sie allerdings nicht sicher
sind, ob sie die Korrektur später nicht doch wieder haben wollen, dann löschen Sie die korrigierte
Ebene nicht, sondern setzen nur deren Transparenz auf 100%, wodurch diese vollkommen durchsichtig
wird und nur die Originalebene sichtbar ist.
Diese Vorgehensweise scheint zunächst umständlich und ist bei einfachen und überschaubaren Retuschen
auch nicht zwingend nötig, wird jedoch bei komplexeren Projekten unerlässlich. Desweiteren sollten
Sie auch bei der Bennenung von Ebenen sorgfältig vorgehen, da man ab zehn Ebenen sonst leicht den Überblick
verliert.
Die wichtigsten Filter
Die wichtigsten Filter bei der Bearbeitung von Bildern
sind Helligkeit, Kontrast, Sättigung und der Farbton.

Mit diesen vier Skalen lassen sich 99% aller Bildmängel beheben, allerdings
sollten die Veränderungen in kleinen Schritten vorgenommen werden.
Wichtig ist, dass Sie nach einer Korrektur dieser Werte kurz die Augen vom Monitor
abwenden, um sich nicht von Nachbildern des hellen Schirms zu einem falschen Wert
verleiten lassen. So setzt man die Helligkeit von einem sehr dunkel geratenen Bild
ohne diese Pause gerne mal einen Tick zu hoch. Dieser Effekt wird an folgender optischer
Täuschung besonders deutlich:

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