DIVEMASTER Webspecial
Digitale Bildbearbeitung Teil 1 (2/2)
08.03.08

Die Mischung macht's

Bei der Nachbearbeitung gilt der Grundsatz mit so wenig Änderung wie möglich das Optimum aus einem Bild zu holen. Deshalb sollte man versuchen extreme Werteänderungen zu vermeiden, und dafür durch geschicktes kombinieren zum Ziel zu gelangen. Jedoch gibt es gerade bei Standardmotiven eine sehr gemeine Zwickmühle, welche sich am folgenden Beispiel gut darstellt:

Dies ist das Originalbild, welches mit einer mittelklasse Digitalkamera aufgenommen wurde. Durch falschen Weißabgleich erscheinen die Felsen im Vordergrund matt, fast milchig, während der Himmel das Bild zu sehr überstrahlt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die starke Bewölkung auf der linken Seite.



Wenn man nun die Werte für die Darstellung der Felsen optimiert verkommt der Himmel zu einem einfarbigen weißen Brei.



Wenn man hingegen den Himmel optimiert gehen die Felsen in Schatten und Fehlfarben unter.



Von der optimalen Darstellung der Möwen mal ganz abgesehen liefern beide Wege keine Optimierung, sondern eher eine Verschlechterung. Wenn man nun aber die Ebenentechnik mit der Bearbeitung durch Standardfilter kombiniert kann man die jeweils optimalen Darstellungen zusammenführen und erhält somit das gewünschte Ergebnis. Hierzu dublizieren wir die Ebene unseres Bildes und optimieren zunächst die Vorderste, also sichtbare Ebene "B" für die Darstellung des Felsens. Nun legen wir auf diese Ebene "B" eine Maske und maskieren den Himmel - der bei dieser Ebene unsichtbar werden soll - schwarz, wodurch dieser markierte Teil eine Transparenz von 100% erhält. Nun sehen wir durch unsere felsoptimierte Ebene "B" den noch nicht optimierten Himmel unserer zweiten Ebene "A". Abschließend wechseln wir zur Ebene "A" und optimieren sie für die Darstellung des Himmels.



Hier noch einmal Orginal und Ergebnis:



Viel Zeit spart es, wenn Sie sich vorher überlegen, welche Bildbereiche separat zu bearbeiten sind um das Beste zu erreichen. Ein guter Trick hierfür ist der Filter "Schwellenwert", er zeigt in einer schwarzweißen Ausgabe, welche Bereiche sich gegensätzlich bei der Bearbeitung verhalten werden. In unserem Beispiel zeigt sich deutlich das Problem des harten Himmel/Fels- Kontrasts.



Das nächste Mal werden wir uns der Objektretusche widmen und zeigen, welche Fehler ein Bild entlarven und wie Sie diese umgehen können. Auf Anregungen und Anmerkungen sind wir gespannt und wünschen Ihnen so wenig Nachbearbeitung wie nötig, denn ein gutes Bild bedarf keiner Tricks.

Matthias Naglschmid

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